Technik & Rennklassen

Die Formel N - Novice

In dieser Rennklasse war jeder einmal unterwegs um seine Rennlizenz zu erwerben. Mindestens 9 Rennen auf drei unterschiedlichen Kursen muss man absolviert haben um sich für den Abnahmelauf unter den wachsamen Augen der Sportkommissare zu melden. Somit ist in dieser Rennklasse nicht in erster Linie die Geschwindigkeit das Ausschlaggebende sondern vielmehr das Erlernen des sicheren Umgangs mit dem Rennboot. Sicher ankommen ist hier die Maxime. 

Nicht gerade schnell, jedoch aufgrund ihrer Zuverlässigkeit immer wieder genutzt: Die Scat in diversen Ausführungen.

Hier finden sich jedoch alle Arten von Booten, vom Eigenbau bis zum mehr als 15.000 € teuren Eurocraft.

 


Die Formal 25 - Max. 25 PS

Diese oft belächelte und mit Kommentaren wie "Da kann man ja schneller um den Kurs laufen" bedachte Rennklasse wird zur Zeit nur noch in UK  und den USA gefahren. So kommt man insbesondere bei Weltmeisterschaften in der Genuss dieser Leichtbauboote, die schon bei einem leichten Rennunfall als Brennholz ihre weitere Verwendung finden.

Hier finden sich recht interessante Eigenbauten aus Holz und Styropor wieder.

 


Die Formal 35 - Max. 35 PS

Diese Klasse wurde bei der WM 2010 als Nachfolger der Formel 25 eingeführt. Die Boote haben zwei Serienmotoren aus dem Industriebereich mit einer Maximalleistung von 35 PS. Als Basis dienen leichte Schalen wie sie auch in der Formel 25 oder der Formel 50 (mit der sie aufgrund der zwei Motoren nicht direkt in Verbindung stehen) zum Einsatz kommen.

 


Die Formel 50 - Singlecraft mit Rotax 503

Die Formel 50 wird gerne aus die Einsteigerklasse bezeichnet. Hier halten sich die Investitionen in Grenzen, denn der Antrieb des Bootes unterliegt den strengsten Begrenzungen. Gestattet sind hier nur Rotax 503 Motoren, nur ein Rotor für Auftrieb und Antrieb. Zudem gibt es Limitierungen bei Auspuffanlage und Lufteinlass. Der Aufbau des Fahrzeuges bleibt dem jeweiligen Hersteller überlassen, Im Augenblick sind in Europa in dieser Rennklasse die meisten Fahrzeuge am Start. Zur WM 2010 waren 34 Fahrzeuge in dieser Klasse gemeldet.

So groß die Zahl der Fahrer, so unterschiedlich die Boote die gefahren werden. In unserem Team sind hier die 362 sowie die 364 vertreten.


Die Formel S - Single Crafts offenen Klasse

In dieser Klassen ist wie der Name schon sagt nur ein Rotor für Antrieb und Auftrieb gestattet, bei Hubraum oder Leistung hingegen gibt es keine Beschränkungen. Die Boote werden mit unterschiedlichen Motoren von 54 PS Rotax 503 bis über 150 PS ausgestattet und erreichen auf den Rennkursen Geschwindigkeiten nahe denen der Formel 1 Boote.

In dieser Klasse wird ebenfalls gefahren, was gerade verfügbar ist. 

In unserem Team ist die 363 in dieser Rennklasse vertreten.


Die Formel 3 - Gesamthubraum max. 250ccm

In dieser vom aussterben bedrohten Rennklasse ist im Gegensatz zur Formel S und Formel 50 der Einsatz einer beliebigen Zahl von Motoren bis zu einem Gesamthubraum von 250ccm gestattet. 

In dieser Klassen findet und fanden sich Crafts aus den 90er Jahren ebenso wie Boote aus der französischen Sirius Serie.

Die Rennklasse wurde mit Ende 2008 auf Deutscher, wie auch auf Europäischer Ebene eingestellt.

Bei dem WM 2010 traten in dieser Klassen daher fast nur Englische Crafts gegeneinander an.


Die Formel 2 - Gesamthubraum max. 600ccm

In dieser Rennklassen kommen diverse Bootstypen zum Einsatz die bereits mit zwei Motoren ausgestattet sind. Als Hubmotor kommen zum Teil hochgezüchtete Motoren von Kettensägen zum Einsatz, so dass die Schubmotoren nahe an der 600ccm Grenze liegen. Zudem findet in dieser Rennklasse gerade der Übergang von 2Takt- zu 4Takt-Motoren statt, so dass hier Fortschritte insb. bei der Lärmentwicklung gemacht werden.

Zurzeit sind hier zumeist Boote aus Holland und Belgien sowie die französischen Sirius im Einsatz. Die Saison 2010 brachte den Einstieg der schwedischen Eurocrafts und den Nachfolger der französischen Sirius in diese Klasse.


Die Formel 1 - Die offene Klasse

In dieser Bootsklasse gibt es augenblicklich nur die Beschränkung des Bootsgewichtes auf max. 500kg. Dem Einbau von Motoren und Propellern sind somit nur physikalischen Grenzen gesetzt. Hierbei kommen Hubmotoren zum Einsatz, die den Motoren der Formal 50 an Leistung nicht nachstehen. Die Schubmotoren, überwiegend aus dem Bereich der Schneemobile, entwickeln Leistungen jenseits der 200 PS. Zur Zeit setzt die Aerodynamik dem Vorwärtsdrang jedoch Grenzen.

In dieser Klasse haben seit der WHC 2006 die Schwedischen Eurocraft F1 die Englischen Crafts von Conair (Pintail 2004 und Twintail 2006) fast komplett abgelöst. Nach dem erneuten Sieg einer Vortex Predator bei der WM 2008 sind einige Fahrer von Eurocraft auf Vortex umgestiegen. Mit dem Gewinn der Formel 1 bei der WM 2010 durch Michele Scanavino auf einem Eurocraft wurden hier die Karten neu gemischt.


Die XXL Klasse

Hovercraftboote gibt es nicht nur als Rennboote. Quasi die Klasse der XXL Hovercrafts stellen die Fährschiffe und militärisch genutzten Hovercrafts dar. Zwar wurde der, zuletzt mit zwei SRN4 betriebene, Fährbetrieb über den Ärmelkanal am 01. Oktober 2000 eingestellt, doch kleinere Hovercraft sind sowohl beim Militär als auch bei diversen Fährlinien weiterhin nicht wegzudenken.

OK, damit fährt man keine Rennen, denn die Fähren wogen mehr als die erlaubten 500 kg. Doch mit einer Spitzengeschwindigkeit von 154 km/h wären sie bei einem langgezogenen Kurs nicht die letzten im Ziel gewesen. :-)